Die Ursache liegt zudem in der meist zeitaufwendigen Wiederherstellung der Zugangsdaten, wozu der
zuständige Systemadministrator kontaktiert und informiert werden muss. Dies ist oftmals nur innerhalb bestimmter
Zeiten möglich und verursacht bei bürokratisch organisierten Unternehmen einen hohen Overhead, da sowohl
die Arbeitszeit des Systemtechniker als auch der eigene Arbeitsausfall Folge der vergessenen Zeichenkette ist.
Dies sowie der verbundene Prestigeverlust und Erklärungsnot des Anwenders, ist den Benutzern eine ausreichende
Begründung für die Niederschrift ihrer Kennwörter.
Das Zusammenwirken von Authentifizierungsmethoden mit der praktischen Arbeitsweise der Mitarbeiter gibt
weiteren Aufschluss über die Akzeptanz oder Ablehnung implementierter Maßnahmen. Die Organisation, insb.
die Unterscheidung der Arbeitsweise, haben großen Einfluss auf den vorgeschriebenen Umgang mit Passwörter.
So sind individuelle Passwörter ungeeignet für Teamarbeiten und werden oftmals mit Gruppenmitgliedern getauscht
um den erforderlichen Informationsaustausch zu fördern. Die Sicherheitstechnischen Vorgaben werden hingegen
als inkompatibel mit der zu erledigenden Arbeit betrachtet.
Während die Umsetzung der Sicherheitsregelungen im militärischen Bereich auf Grund der straffen Befehlsstruktur problemlos realisierbar ist, werden sie modernen Arbeitsweisen im Dienstleistungssektor nicht gerecht. Die Einführung von Richtlinien und Vorschriften müssen den Benutzern daher erläutert und begründet werden (need-to-know principle), um auf Akzeptanz zu stoßen. Ohne die Erklärung der möglichen Konsequenzen kompromitierter Passworte, fehlt den Nutzern andernfalls das Verständnis für den Mehraufwand durch die Verwaltung sicher Kennwörter.